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- Dunkel war's, der Mond schien helle,
- schneebedeckt die grüne Flur,
- als ein Auto, blitzeschnelle,
- langsam um die runde Ecke fuhr.
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- Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft, als ein totgeschoss'ner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
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- Und auf 'ner grünen Bank,
- die rot angestrichen war,
- saß ein blondgelockter Jüngling
- mit kohlrabenschwarzem Haar.
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- Neben ihm 'ne olle Schrulle,
- die zählte g'rad' mal siebzehn Jahr,
- in der Hand 'ne Butterstulle,
- die mit Schmalz bestrichen war.
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- Droben auf dem Apfelbaume,
- der sehr süße Birnen trug,
- hing des Frühlings letzte Pflaume,
- und an Nüssen noch genug.
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- Rings herum herrscht tiefes Schweigen
- Und mit fürchterlichem Krach
- Spielen in des Grases Zweigen
- Zwei Kamele lautlos Schach
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- Und zwei Fische liefen munter
- Durch das blaue Kornfeld hin
- Endlich ging die Sonne unter
- Und ein grauer Tag erschien.
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- Von der regennassen Straße
- wirbelte der Staub empor.
- Und der Junge bei der Hitze
- mächtig an den Ohren fror.
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- Beide Hände in den Taschen.
- hielt er sich die Augen zu.
- Denn er konnte nicht ertragen,
- wie nach Veilchen roch die Kuh.
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- Holder Engel, süßer Bengel,
- furchtbar liebes Trampeltier.
- Du hast Augen wie Sardellen,
- alle Ochsen gleichen Dir.
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- Diese traurige Geschichte
- war so lustig wie noch nie,
- deshalb heißt's auf Wiedersehen,
- bleibe bei mir, oh Marie!.
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- Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe
- abends in der Morgenröte
- während er auf'm Nachttopf saß
- und seine Morgenzeitung las.
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Wir sitzen alle in einem Boot ...
Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen werden sollte.
Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchste Leistungsstufe zu erreichen.
Als der große Tag gekommen war, waren beide Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen mit einem Vorsprung von einem Kilometer.
Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die Moral war auf dem Tiefpunkt.
Das obere Management entschied, daß der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden mußte. Ein Projekt-Team wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen.
Nach langen Untersuchungen fand man heraus, daß bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuerte, während im deutschen Team ein Mann ruderte und sieben steuerten.
Das obere Management engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte.
Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluß, daß zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten. Um einer weiteren Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurde die Teamstruktur geändert.
Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen Ruderer.
Außerdem wurde ein Leistungsbewertungssystem eingeführt, um dem Ruderer mehr Ansporn zu geben:
"Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben."
Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern.
Das Management entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte die Ruder und stoppte alle Investitionen für ein neues Boot ...
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- Stufen
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- Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
- Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
- Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
- Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
- Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
- Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
- Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
- In andre, neue Bindungen zu geben.
- Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
- Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
- Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
- An keinem wie an einer Heimat hängen,
- Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
- Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
- Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
- Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
- Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
- Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
- Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
- Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
- Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
- Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!,
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- Mai 1941, Hermann Hesse
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- Nebel
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- Seltsam, im Nebel zu wandern!
- Einsam ist jeder Busch und Stein,
- Kein Baum sieht den andern,
- Jeder ist allein.
- Voll von Freunden war mir die Welt,
- Als noch mein Leben licht war;
- Nun, da der Nebel fällt,
- Ist keiner mehr sichtbar.
- Wahrlich, keiner ist weise,
- Der nicht das Dunkel kennt,
- Das unentrinnbar und leise
- Von allen ihn trennt.
- Seltsam, Im Nebel zu wandern!
- Leben ist Einsamsein.
- Kein Mensch kennt den andern,
- Jeder ist allein.
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- Nov. 1905, Hermann Hesse
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- Quelle:
Hermann Hesse. Sämtliche Gedichte in einem Band. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995.
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